Wege des lokalen Postwesens
Zur Mediengeschichte der Post in Andernach
Vom flüchtigen Gang des Boten über die Zeit der Thurn und Taxis bis zur Entstehung der Hochgeschwindigkeitskanäle der Moderne: Vermittelt durch die Schickung einer Lokalgeschichte der Post, wirft diese Studie eine neue Perspektive auf die Andernacher Stadtgeschichte. Als medienwissenschaftliche Historiografie legt sie dar, wie die Medien und Infrastrukturen der Post den kleinen Ort am Rhein anschlussfähig gemacht haben an den Rest der Welt, und welche Hürden und Hindernisse es auf diesem Weg zu überwinden galt. Andernach wird hier zum exemplarischen Schauplatz, an dem sich die Bedeutung des Postwesens für die Konstitution grundlegender kultureller, sozialer und technischer Bedingungen medialer Vermittlung konkret nachvollziehen lässt.
30.09.2026, 390 Seiten
ISBN: 978-3-8376-8391-2
Die Geschichte zur Geschichte:
Warum ein Buch über die Andernacher Post?
Vom 11. August 1958 bis zum 31. Dezember 1995 war mein Großvater Günter Baquet (* 24. November 1940; † 22. Mai 2025) als Briefträger bei der Deutschen Bundespost beschäftigt. Mit Stationen zunächst in Neuwied und dann in Andernach brachte er täglich Sendungen aller Art an die Haustüren der Stadt und legte bei seinen Zustellrunden pro Woche rund 110 Kilometer zurück. Auch nach Feierabend blieb er der Post treu: In seinem Keller, wahrlich ein kleines Postarchiv, sammelte er Briefmarken, Ansichts- und Postroutenkarten, wissenschaftliche Literatur, Zeitungsartikel und auch die ein oder andere technische Gerätschaft aus der Welt des elektrischen Nachrichtenwesens. Kurz vor der Privatisierung der Bundespost durch die Postreformen rettete er zusätzliches Material vor dem Reißwolf und verwahrte auch diese Unterlagen in seiner Sammlung. Sein großer Wunsch war es, jemand würde das über die Jahrzehnte zusammengetragene Material einmal in Obhut nehmen, es idealerweise sogar ordnen und zusammenschreiben. Nach Ausbildungs- und Studienstationen in Berlin, Hamburg, Köln und Bonn fasste ich den Entschluss, genau das zu tun: ein Buch schreiben über die Andernacher Post. Das bereits gesammelte Material stellte dazu einen guten Ausgangspunkt dar und wies den Weg in die Archive.
Günter Baquet, zweiter v. r., Foto: privat.
Häufig gestellte Fragen
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